Schüler übernehmen Verantwortung

Marius Becker wurde zur Demonstration im Unterricht in die stabile Seitenlage gebracht. Gleichzeitig freuen sich die Schulsanitäter über neue T-Shirts. Foto: Lieber

Sassenberg - Marius Becker liegt auf dem Boden. Er ist verletzt. Katja Vehlken weiß sofort, was zu tun ist. Sie bringt den Schüler in die stabile Seitenlage und leistet damit Erste Hilfe. Dabei wird sie von über 20 Neunt- und Zehntklässlern der Hauptschule unter Leitung von Lehrerin Ute Beyer genauestens beobachtet, denn zum Glück wird hier nur der Ernstfall simuliert, und Katja Vehlken, Mitarbeiterin des Malteser Hilfsdienstes Sendenhorst, frischt die Kenntnisse der Sanitätsschüler auf.

Die Sanitäter-Ausbildung beginnt an der Hauptschule bereits im fünften Jahrgang. Da werden schon Sofortmaßnahmen am Unfallort als Projektunterricht angeboten. „Die Schüler sollen lernen, sich um andere zu kümmern, Verantwortung zu übernehmen und Berührungsängste abzubauen“, sagt Konrektorin Gisela Timmer. Nach und nach werden die Schüler in Richtung Schulsanitäter weiter ausgebildet, die dann schließlich ab Klasse 9 den Dienst antreten können. „Grundsätzlich ist der Anteil der Jugendlichen, die Verantwortung für andere übernehmen wollen, größer als man denkt.“

Die Sanitätsschüler sind zwar mittlerweile fit in Erster Hilfe, aber zwei Mal pro Halbjahr werden die Kenntnisse aufgefrischt. „Sie erfahren dann auch mehr Hintergrundwissen, lernen andere Verbände oder spezielle Tipps bei Sportunfällen“, erklärt Katja Vehlken.
Eingesetzt werden die Sanitäter nach einem festen Pausenplan, der sich nun erstmals dank Ganztag auch auf die Mittagspause erstreckt. Außerdem sollen sie auch auf Schulfesten und Klassenfahrten eingesetzt werden. Am Dienstagmorgen erhielt ein Großteil der Schüler nach der Schulung ein Sanitäter-T-Shirt, das von der Sparkasse Münsterland-Ost gesponsert wurde. „Wir hoffen natürlich, dass die Schüler später dabei bleiben“, erklärt Katja Vehlken. Und die Schüler fragen auch nach, so dass sie hier auch Berufsorientierung finden.

VON ULRICH LIEBER, WN-WARENDORF 18-01-12

Schul-Sanitäter können nicht nur Verbände anlegen

Sassenberg (dor). Die Theorie sitzt noch immer, doch wie sieht es mit den Erste-Hilfe-Kenntnissen in der Praxis aus? Um Gelern­tes zu vertiefen und ihr Wissen zu erweitern, nahmen jetzt 20 Hauptschülerinnen und Schüler der Klassen neun und zehn - alle­samt Schulsanitäter - an einer Fortbildung in Erster Hilfe teil.

Den Kursus leitete Katja Vehlken. Die den Maltesern Sendenhorst angehörende Sanitäterin ist den Schülern schon aus den Ba­siskursen in der fünften Klasse sowie dem Grundkursus „Sani­tätsdienst" bekannt. Knapp zwei Dutzend Jugendliche gehören dem Sanitätsdienst der Haupt­schule an. Eine Zahl, die Konrek­torin Gisela Timmer froh stimmt: „Es gibt viel mehr Jugendliche, die Verantwortung übernehmen wollen, als man annimmt."

Wie Timmer berichtet, werden die Schulsanitäter nicht nur in den Pausen eingesetzt, sondern auch bei Schulfesten und Schul­fahrten. Damit sie erkannt wer­den, sponsert die Sparkasse-Münsterland Ost alljährlich neue T-Shirts mit dem Schriftzug „Schulsanitätsdienst". Für Timmer impliziert der Dienst mehr als Sofortmaßnah­men bei Unfällen. Die Schüler kümmern sich um andere, sie übernehmen        Verantwortung, fasst die Konrektorin einige Ziel­setzungen zusammen. Zudem er­hofft sie sich eine Sensibilisie­rung der Schüler zu erreichen, damit diese auch außerhalb der Schule im Ernstfall nicht wegse­hen, sondern helfen.

Berührungsängste haben die jungen Menschen so gut wie keine mehr. Als Marvin bei Laura einen Druckverband anlegen soll, zieht er wie selbstverständlich Schutz­handschuhe über und erledigt diese Aufgabe tadellos. Katja Vehlken ist zufrieden. Sie hat den Schulsanitätern noch einmal die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit gezeigt. Zudem wurden das Anlegen der Verbände und die Herz-Lungen-Massage geübt. Ferner gab es Hintergrundwissen zum Thema „Sportunfälle".

Vehlken kommt gern in die Schulen. Wie sie sagt, erhalten die Schüler zum einen Einblicke in den Beruf des Rettungssanitäters. „Zum anderen zeigen wir den Schülern so, dass man sich auch in der Freizeit sinnvoll beschäfti­gen und engagieren kann".
Quelle Die Glocke 19-01-2012