Stärken und Schwächen erkennen
1) Der Abschlussbericht liegt vor
Qualitätsanalyse NRW
Vorwort
Mit dem Schulgesetz vom 27. Juni 2006 wurde die Qualitätsanalyse als zentrales Instrument zur Entwicklung und Sicherung der Qualität von Schulen in Nordrhein-Westfalen landesweit eingeführt. Die Qualitätsanalyse NRW entspricht im hohen Maße dem zentralen Anliegen, allen Schulen in Nordrhein-Westfalen ein Instrument zur Verfügung zu stellen, das ihre Eigenverantwortung stärkt, ihnen detaillierte Informationen als Planungsgrundlage bereitstellt und ihnen damit nachhaltige Impulse für ihre Weiterentwicklung gibt.
Das Qualitätsteam legt Ihnen mit diesem Bericht die verbindlichen Ergebnisse der daten- und leitfadengestützten Qualitätsanalyse an Ihrer Schule vor.
Der Qualitätsbericht gibt Ihnen einen detaillierten Einblick in die internen Prozesse Ihrer Schule. Die vorliegenden Informationen helfen, die bestehenden Stärken, Entwicklungspotenziale und Verbesserungsbereiche Ihrer Schule zu identifizieren. Die dargestellten Handlungsfelder sollen Ihnen Entscheidungshilfen geben, die Stärken Ihrer Schule zu nutzen und die Schwächen Ihrer Schule gezielt zu verbessern. Damit ist die Qualitätsanalyse auch ein Instrument zur Selbstvergewisserung über Ihre Schule, unterstützt Sie in Ihren weiteren Entscheidungen zur Schulentwicklung maßgeblich und hilft Ihnen, diese Entscheidungen angemessen abzusichern.
Die Qualitätsprüferinnen und -prüfer haben Ihre Schule als Ganzes in den Blick genommen und die Qualität Ihrer Schule als Gesamtsystem beurteilt. Grundlage der Auswertung bildet das Qualitätstableau, das die Qualität schulischer Arbeit in sechs Qualitätsbereichen mit 28 Qualitätsaspekten und insgesamt 153 Kriterien erfasst.
Die Unterrichtsbeobachtungen sind ein wesentlicher Schwerpunkt der Qualitätsanalyse. Sie dienen der Bewertung der Qualität der Unterrichtsprozesse im Gesamtsystem, nicht der Bewertung einer einzelnen Lehrkraft. Das Qualitätsteam hat darauf geachtet, dass bei den Besuchen die unterschiedlichen Jahrgänge sowie die Wochenstundenanteile der einzelnen Fächer berücksichtigt wurden.
Daneben wurden die von Ihrer Schule vorgelegten Dokumenten und die Aussagen der schulischen Gruppen, die in leitfadengestützten Interviews ermittelt worden sind, in das Qualitätsurteil einbezogen.
Durch das Qualitätsteam werden keine personenbezogenen Daten weitergegeben, die Datenhoheit liegt bei der Schule.
Eine Zusammenfassung der Auswertung finden Sie in Kapitel 2 – es ist das sogenannte Qualitätsprofil Ihrer Schule. Dort ist die Bewertung der 28 Qualitätsaspekte der vierstufigen Nordrhein-Westfälischen Bewertungsskala folgend übersichtlich dargestellt.
Die ausführlichen Informationen finden sich im Textteil des Qualitätsberichts. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass in der Regel nicht alle Qualitätskriterien eines Qualitätsaspekts einzeln kommentiert werden. Das Qualitätsteam verzichtet bewusst auf die Formulierung konkreter Verbesserungsvorschläge.
Damit sich alle an Ihrer Schule beteiligten Personengruppen ein eigenes Bild machen können, muss der Qualitätsbericht allen schulischen Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Dadurch wird ermöglicht, mit den vorliegenden Daten und Beurteilungen innerschulische Entwicklungsprozesse auf breiter Basis zu initiieren oder fortzuführen.
Es ist Aufgabe der Schule, aus dem Qualitätsbericht einen Maßnahmenplan abzuleiten, darüber mit der zuständigen Schulaufsicht eine verbindliche Zielvereinbarung zu schließen und diese umzusetzen.
Allen Beteiligten sei für ihre Mitarbeit noch einmal herzlich gedankt.
Im Auftrag
Dr. Dieter Potente
Regierungsschulrat
Bezirksregierung Münster
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
Voraussetzungen: Die Schule im Herxfeld Sassenberg wird zurzeit von 430 Schülern/innen besucht (davon 42 % Mädchen). Der Anteil der ausländischen Schüler/innen beträgt nur 5,6 %, der Anteil der Schüler/innen mit Migrati-onshintergrund (mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren) ist jedoch mit 34,9 % deutlich höher. Die Schule steht bezogen auf die Anmeldungen im Wettbewerb mit anderen weitererführenden Schulen in Sassenberg (Realschule) und in der Region. Die Verkehrsanbindung der Schule ist gut. Die Infrastruktur des schulischen Umfeldes bietet der Schule zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten. An der Schule unterrichten 31 Lehrer/innen (davon 3 neue Lehrkräfte im Schuljahr 2007/08). Hinzu kommen zwei Lehramtsanwärter/innen. Die Schulleitung ist mit Rektor und Konrektorin komplett besetzt. An weiteren Mitarbeitern/innen kommen hinzu: Eine Schulsozialpädagogin (Teilzeit), eine Sekretärin, ein Hausmeister, Reinigungskräfte, Kräfte für die Essensausgabe, Honorarkräfte im Ganztagsbereich bzw. im Projekt „13 PLUS“. Die Schule wirkt sehr gepflegt und einladend und verfügt über alle notwendigen Klassen-, Fach- und Funktionsräume, die durchweg einen hervorragenden Erhaltungszustand aufweisen und so ausgestattet sind, dass ein Unterricht nach aktuellen didaktisch-methodischen Erkenntnissen möglich ist. An der Gestaltung der Eingangshalle und der Flure wurden die Schüler/innen beteiligt (Produkte aus dem Kunst- bzw. Technikunterricht)Auf dem Schulgelände befinden sich zwei gute ausgestattete Sporthallen, die allerdings von anderen Schulen mitgenutzt werden. Die Schülertoiletten wurden aufwändig renoviert und sind in einem einwandfreien hygienischen Zustand. Im Schuljahr 2007/08 wurde mit dem sukzessiven Aufbau einer gebundenen Ganztagsform begonnen. Die hierfür erforderlichen Umbaumaßnahmen werden vom Schulträger finanziert und sollen im Januar 2008 beginnen. Die Schule arbeitet sehr kooperativ mit dem Schulträger zusammen, der die Arbeit in außerordentlicher Weise unterstützt. Fazit: Die Voraussetzungen für die Bildungs- und Erziehungsarbeit sind an der Schule im Herxfeld Sassenberg sehr gut.
Zentrale Befunde: Der Schule ist es in den vergangenen drei Jahren gelungen, die Zahl der Schüler/innen, die die Schule ohne Abschluss verlassen von 4,2 % (2004/05) auf 0 % (2006/07) zu reduzieren (zum Vergleich: NRW = 9,8 %, Kreis Warendorf = 7,4 %). 11,2 % der Schüler/innen erreichten bei ihrem Abgang den Hauptschulabschluss nach Klasse 9, etwa zwei Drittel verließen die Schule mit dem Sekundarabschluss I (nach Klasse 10 A). Die Fachoberschulreife ohne bzw. mit Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe erreichten 2006/07 insgesamt 24,5 %. Diese Quote liegt unter den im Land NRW und im Kreis Warendorf erreichten Werten. Bei den Lernstandserhebungen 2006/07 hat sich die Schule zutreffend dem Standorttyp 2 zugeordnet. Die dabei festgestellten Leistungen im Fach Deutsch lagen über dem Landesdurchschnitt aller Haupt-schulen in NRW und über dem Durchschnitt der Schulen des Standorttyps 2. Im Fach Mathematik ergaben sich in den E-Kursen keine nennenswerten Abweichungen zu den Vergleichsschulen, im G-Kurs ergaben sich vergleichsweise bessere Ergebnisse als in den Vergleichsgruppen. Der E-Kurs im Fach Englisch erreichte deutlich bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppen. Diese Vergleiche können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den Fächern Deutsch und Mathematik die von den Schülern/innen erreichten Niveaustufen oft nicht zufriedenstellend sind. Diese Feststellung trifft auch für das Landesergebnis zu. Bei den ersten zentralen Abschlussprüfungen erreichten die Schüler/innen der 10. Klassen insgesamt sehr zufriedenstellende Ergebnisse. Im Fach Deutsch schnitt niemand in der Abschlussnote (Kombination aus Vornote und Prüfungsnote) schlechter als mit der Note „ausreichend“ ab. Nur in wenigen Fällen lag die Prüfungsnote unter der von der Schule ermittelten Vornote. Im landesweiten Vergleich haben die Schüler/innen der Schule im Herxfeld im Fach Deutsch signifikant besser abgeschnitten als andere Schulen der gleichen Schulform. Der Blick auf die Vornoten, Prüfungsnoten und Abschlussnoten im Fach Mathematik kommt zu einem mit dem Fach Deutsch vergleichbaren Ergebnis. Im Fach Englisch gab es im Vergleich von Vornoten und Prüfungsnoten mehr positive als negative Abweichungen. Die Prüfungsnoten ergaben im Vergleich zu den anderen Hauptschulen signifikant bessere Ergebnisse. Als besondere Stärken (Bewertungsstufe 4) der Schule im Herxfeld sind hervorzuheben:· Die Förderung von Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Toleranz und Konfliktfähigkeit sind zentrale Anliegen der Schule, die sowohl durch die alltägliche Schulpraxis „gelebt“ werden (Beispiele: Schulsozialarbeit, Streitschlichtung, Trainingsraum, aktive SV-Arbeit, Mitarbeit im Ganztagsbetrieb, Beteiligung am Schulleben) als auch durch impulsgebende Projekte in besonderer Weise gefördert werden (Aspekt 1.3). · Die befragten Lehrkräfte, Mitarbeiter, Eltern und Schüler/innen äußern eine hohe Zufriedenheit mit der Schule (Aspekt 1.5).· Die Schülerbetreuung hat insgesamt einen sehr hohen Standart erreicht und ergibt sich vor allem aus dem neuen „gebundenen Ganztag“ mit Mittagsverpflegung, aktiver Pause, Hausaufgabenhilfen und Nachmittagsunterricht. Die Schulsozialpädagogin gestaltet ihre Arbeit auf der Basis eines gelungenen Konzeptes und ist bei Schülern/innen, Lehrkräften und Eltern als Beratungs- und Betreuungsfachkraft anerkannt, die auch den Kontakt zu außerschulischen Beratungsstellen herstellt. Im Bereich der Berufswahlvorbereitung vollzieht die Schule ein breit angelegtes Konzept, das Praktika, Bewerbertraining, Berufsberatung u.a.m. umfasst (Aspekt 2.7). · Der gesamte Qualitätsbereich 3 (Schulkultur, Aspekte 3.1 – 3.5) ist in der Schule in hervorragender Weise entwickelt und umfasst die Aspekte Lebensraum Schule (gepflegte und einladende Gestaltung der Schule, Gewaltprävention), Soziales Klima (hohe Identifikation der Beteiligten mit der Schule, klare Verhaltensregeln, respektvoller und freundlicher Umgang der Beteiligten, Beschwerdemanagement), Ausstattung und Gestaltung des Schulgebäudes und Schulgeländes, Partizipation (Geschäftsverteilungsplan, Information der Beteiligten über Beschlüsse, hoch entwickelte SV-Arbeit, Beteiligung der Schüler/innen und Eltern am Schulleben) und mannigfaltige außerschulische Kooperationen (mit Schulen, Betrieben oder gesellschaftlichen Partnern, Partnerschaft mit Löcknitz). · Die Schule wird von einem sehr engagierten Schulleiter geleitet, der seiner Führungsverantwortung in hohem Maße nachkommt und über Visionen für die Schulentwicklung verfügt. Dabei wird er von einer Konrektorin unterstützt, die unter Beweis gestellt hat, dass sie ihre Stellvertreter-Funktion wahrzunehmen weiß. Die Schulleitung kooperiert mit zahlreichen außerschulischen Partnern und wird vom Schulträger in außerordentlicher Weise unterstützt. Der Schulleiter repräsentiert die Schule selbstbewusst nach außen, was durch zahlreiche Presseveröffentlichungen oder den gelungenen Internetauftritt der Schule dokumentiert wird (Aspekt 4.1).· Die Schule verfügt über sehr gut strukturierte und sinnvolle Instrumente zur Umsetzungsplanung bzw. zum Jahresarbeitsplan (Aspekt 6.3). Als Entwicklungsbereich (Bewertungsstufe 2) ist zu nennen:· Der Unterricht fördert noch zu wenig die Zusammenarbeit der Lernenden. Individuelle Lernwege werden zu selten durch differenzierende Aufgabenstellungen berücksichtigt. Selbstständige Arbeit wird nur ansatzweise initiiert und konnte kaum beobachtet werden. Die Partner- und Gruppenarbeit ist oft nicht so angelegt, dass die Schüler/innen in funktionalen Rollen agieren. Die Arbeit im Plenum ist noch zu lehrerzentriert (Aspekt 2.4). Fazit: Die Schule im Herxfeld Sassenberg hat auf der Basis innovativer Konzepte und mit Unterstützung eines sehr engagierten Schulträgers in den vergangenen Jahren eine sehr positive Schulentwicklung eingeleitet, die ihr zu Recht in der Öffentlichkeit den Ruf einer sehr guten Hauptschule sichert.
2) Die Qualitätsanalyse unserer Schule im Spiegel der Presse
„Wir sind auf dem richtigen Weg“
Sassenberg. Das Ergebnis der Qualitätsanalyse kann sich wahrlich sehen lassen. In 24 von 25 Qualitätsaspekten erzielte die Hauptschule im Herxfeld eine positive Bewertung, lediglich in einem Bereich besteht akuter Handlungsbedarf. „Das ist ein Gesamtergebnis, das wir alle gemeinsam erzielt haben“, betonte Schulleiter Reinhold Bussieweke. Er stellte gestern den Bericht zur Qualitätsanalyse in einer erweiterten Lehrerkonferenz im evangelischen Gemeindehaus vor.
Auf 72 Seiten werden die verbindlichen Ergebnisse dokumentiert, die der Schule bei der weiteren Entwicklung Entscheidungshilfen geben soll. „Die Schule wurde als Ganzes in den Blick genommen, und es ist nun unsere Aufgabe, einen Maßnahmenplan zu entwickeln“, erklärte Bussieweke. Die entsprechenden Zielvereinbarungen möchte er mit dem Lehrerkollegium erarbeiten.
Reinhold Bussieweke stellte einige der Ergebnisse vor und begann mit den besonders erfreulichen, die mit der Farbe Blau als vorbildlich gekennzeichnet waren. Dazu gehören beispielsweise die „personalen Kompetenzen“. „Die Förderung des Selbstvertrauens der Schüler nimmt eine herausragende Stellung ein“, zitierte der Schulleiter aus dem Bericht. Bei geforderter Disziplin werde den Schülern auch viel Freiraum gegeben, und soziales Engagement werde den Schülern täglich vorgelebt, so dass sich auch Schüler sozial engagierten.
Die „Zufriedenheit der Beteiligten“ sei bei Lehrern, Eltern, Schülern und Mitarbeitern sehr hoch. Die Zusammenarbeit im Kollegium funktioniere, und die Identifikation mit der Schule sei gegeben. Vorbildlich wurden auch die „Schülerbetreuung“, der „Lebensraum Schule“ und das „soziale Klima“ bewertet. Es werde aktive Gewaltprävention, auch durch Schüler, praktiziert, so dass sich die Schüler sicher fühlten. Es herrsche ein respektvoller und friedlicher Umgang miteinander. Lob gab es auch für die „Führungsverantwortung der Schulleitung“, ein Lob, das Bussieweke aber gerne weiter gab: „Ich sehe uns als Team.“ Und darum freute er sich besonders über die Aussage, dass die stellvertretende Schulleiterin Gisela Timmer „jederzeit in der Lage ist, den Schulleiter zu vertreten“.
Aber es gab eben auch den einen gelben Bereich, der als „eher schwach als stark“ bewertet wurde, und das war die „Unterstützung eines aktiven Lernprozesses“ im Bereich Unterricht. „Ich sehe das positiv“, versicherte Bussieweke. Bemängelt wurde, dass selbstständige Arbeit eher selten initiiert werde und dass zu wenig Partner- und Gruppenarbeiten stattfinden würden. Individuelle Lernwege sollen gestärkt werden und die Lehrerzentriertheit noch mehr in den Hintergrund treten. Das heißt, dass sich der Lehrer noch weiter zurücknehmen soll, um den Schülern mehr Raum zu geben. „Durch den Ganztag kommen wir diesen Ansätzen schon näher. Es gibt neue methodisch-didaktische Ansätze. Wir sind auf dem richtigen Weg“, versicherte Reinhold Bussieweke. Durch den Ganztag werden individuelle Schwierigkeiten viel schneller erkannt und können – auch mit Hilfe von Außen – gezielt behoben werden.
Zum Abschluss zeigte der Schulleiter noch einige Punkte auf, für die es eine grüne Bewertung (eher stark als schwach) gab. Dazu gehörten die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen die „fachliche und didaktische Gestaltung“, die als insgesamt zufriedenstellend, teilweise hervorragend bewertet wurde. Auch „Lernumgebung- und -atmosphäre“, die „individuelle Förderung“, die „Unterrichtsorganisation“ und die „Kooperation der Lehrkräfte“ waren im grünen Bereich.
VON ULRICH LIEBER
3) Schon der Anfang war überzeugend
Rund 100 interessierte Zuschauer verfolgten die Informationen zur Qualitätsanalyse
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