Mit „Laura“ hat Schülerfirma ein erfolgreiches Produkt

Sassenberg (Glocke/dor/24.09.10): Schule kann so spannend sein. Vor allem, wenn man Mitglied einer Schülerfirma ist und ein Produkt entwickelt, dass von Studenten der Holztechnik an der HA Melle zur Serienreife gebracht wird.

 

So geschehen an der Hauptschule im Herxfeld. Gestern fand mit vielen Gästen die Präsentation der optimierten Prototypen statt. Neben der Schülerfirma, bestehend aus den Schülern der Klasse 7a, den Abteilungsleitern Lioba Garmann, Jutta Noe und Jürgen Schürenkamp waren auch Dorothee Arenhövel als Beraterin in Personalfragen sowie zwei Mitarbeiter einer Münsteraner Werbeagentur zugegen. Letztere standen der Abteilung Werbung und Marketing mit Rat und Tat beiseite. Nicht zu vergessen Bürgermeister Josef Uphoff, Hauptamtsleiter Martin Kniesel, Rektor Reinhold Bussieweke und seine Stellvertreterin Gisela Timmer sowie Rainer Sökeland, Dozent an der Berufsakademie Melle, mit seinen findigen Studenten, Und die stellten nicht nur eine serienreife ,,Laura", sondern gleich fünf an der Zahl vor.,,Laura" ist die Kurzform für Lese-, Arbeits- und Referatsassistent, ist mit anderen Worten ein mobiles Stehpult. Die Anforderungen dafür hatte die Schülerfirma im Vorfeld genau festgezurrt.

Das Stehpult sollte leicht zusammenzubauen sein, mit allen Bauteilen in einen Koffer passen Es sollte höhenverstellbar, robust und aus Holz sein. Zur besseren Veranschaulichung hatte die Schülerfirma sogar ein diesbezügliches Modell gebaut. Und das hatten die Studenten der Holztechnik während der letzten sechs Monate perfektioniert. Die präsentierten Prototypen namens Laura sind dabei allesamt Zeugen des beachtlichen studentischen Erfindungsgeistes.

Die Schülerfirma jedenfalls begutachtete jedes vorgestellte Modell mit großem Interesse. Wie alle anderen auch waren sie überrascht von der Formenvielfalt, die von den Meller Studenten präsentiert wurde. War ein Stehpult als Schultertasche zu tragen, konnte ein anderes einfach an die Wand gehängt werden oder wie eine Tasche am Griff getragen werden. Ein anderes Modell kam wie ein Trolley daher Hier musste das Stehpult einfach herausgezogen werden. Und das gelang in weniger als fünf Sekunden. Wiederum ein anderes Modell erinnerte an einen Notenständer, Ganz viel Applaus seitens der Anwesenden war den Studenten für ihre Leistung gewiss. Nun ist es an der Schülerfirma auszuwählen, welches Modell tatsächlich vermarktet und zum Kauf angeboten werden soll.

 

HINTERGRUND

Das Projekt ,,Schülerfirmen: Selbständigkeit erproben" ist eine Maßnahme des Berufsorientierungsbüros der Hauptschule im Herxfeld. Das Schülerunternehmen wurde in den vergangenen Wochen in Kooperation mit der Initiative ,,Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten" durchgeführt. Diese  Initiative wird getragen von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und des nordrhein-westfälisch Ministeriums für Schule und Weiterbildung

Mit der Umsetzung des Projekts ist die Stiftung ,,Partner für Schule NRW" betraut. Seit 2008 haben in Nordrhein-Westfalen mehr als 1500 Schulen Projektmodule durchgeführt, die sie dabei unterstützen, die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler zu verbessern und zu vertiefen.

Dies gilt jetzt an der Hauptschule im Herxfeld in Sassenberg als sehr gelungen und intensiv verwirklicht und wird nach dem Willen der Schüler und Schülerinnen fortgesetzt.

 

Verblüffende Ideen

Studenten der Berufsakademie Melle präsentieren ihre Stehpulte

Sassenberg (WN/uli/25.09.10); Von der ,,Idee bis zum Produkt" ist es oft ein weiter Weg. Doch der hat sich bei der Hauptschule im Herxfeld garantiert gelohnt. Das Schülerunternehmen, das im vergangenen Schuljahr gegründet worden ist, hatte vor einigen Monaten seine Idee präsentiert. Ein mobiles und höhenverstellbares Stehpult, das in einem Koffer transportiert werden kann und damit überall einsetzbar ist (WN berichtete). Ideengeber war dabei auch Projektleiter Jürgen Schürenkamp, der gleichzeitig Klassenlehrer der 7a ist, die das Unternehmen bildet.

Mit diesem Prototyp wurden Studenten der Berufsakademie Melle  konfrontiert. Und sie bekamen die Aufgabe, verbesserte Modelle zu erstellen, die aber die Grundprinzipien des Ursprungmodells berücksichtigen sollten. Rainer Sökeland, Leiter der Berüfsakademie Melle, war von der damaligen Präsentation beeindruckt. ,,Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viel Kompetenz in einer Schülerfirma steckt."

Am Donnerstagnachmittag war es nun soweit. Die Studenten präsentierten ihre Prototypen, und sie hatten gleich fünf verschiedene Stehpulte entwickelt. Jeweils in Zweigruppen waren die jungen Männer aktiv geworden und zeigten nun den Schülern, den beteiligten Lehrern und den geladenen Gästen ihre Vorschläge. Das erste Stehpult überzeugte durch ein einfaches Stecksystem, bei dem durch verschiedene Elemente die Höhe variiert werden kann. Modell zwei kam als Trolli daher und verblüffte durch das sehr schnelle Aufbauen, denn es ist mit einem Schiebe- und Schachtelsystem ausgestattet, so dass es einfach aus dem Trolli nach oben herausgezogen werden kann. Auch die Arbeitsfläche lässt sich sowohl schräg als auch gerade aufstellen.

Virtuell ging es beim dritten Vorschlag weiter, denn den beiden Studenten stand keine eigene Werkstatt zur Verfügung, so dass sie ihr Modell am Computer mit dem Programm CAD entwickelt hatten. Aber sie hatten auch einen ersten Rohentwurf in Holz dabei. Ein Klappsystem nach Art einer ,,Bierbank" war der Clou des nächsten Stehpultes. Die Herstellung dieses Modells lässt sich mittels Computer unterstützter Fertigung (CNC) beschleunigen. Aber auch von Hand ist die Produktion möglich.

Komplett in der Schule und auch schon mit Hilfe der Schüler aus der Produktionsgruppe entstand der fünfte Prototyp. Hier setzen die Entwickler unter anderem auf ein Einschubsystem, in dem die Füße des Pultes verschwinden. Die Ablage kann sowohl waagerecht als auch schräg angebracht werden.

Die Studenten ernteten viel Applaus für ihre Modelle, und es dürfte gar nicht so einfach sein, sich zu entscheiden, mit welchem Stehpult die Schüler in Serie gehen wollen. Das Projekt Schülerunternehmen ist eine Maßnahme des Berufsorientierungsbüros und wurde in Kooperation mit der Initiative ,,Zukunft fördern.. Vertiefte Berufsorientierung gestalten" gestartet. Es ist eine Initiative zur Unterstützung der Berufsorientierung an den Schulen in NRW, gemeinsam getragen von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und des NRW-Ministeriums für Schule und Weiterbildung.

Der Dank von Schulleiter Reinhold Bussieweke galt allen Beteiligten. Neben den Lehrern Jürgen Schürenkamp, Jutta Noe und der Sozialpädagogin Lioba Garmann sind auch externe Kräfte im Einsatz. Als Senior-Experten helfen August Budde und Clemens Knappheide, in der Firmengruppe Verwaltung gibt Dorothee Arenhövel hilfreiche Tipps, und auch die Firma technotrans sowie die Werbeagentur Fundus aus Münster unterstützen die Schüler die in den nächsten Monaten noch viel zu tun haben.