Schuljahr 2008/2009 – Auswertung Elternfragebogen, Juni 2009

Befragt wurden die Eltern aller Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6. Von den insgesamt 122 ausgegebenen Fragebögen wurden 105 ausgefüllt wieder zurückgegeben. Bei allen Aussagen bestand die Möglichkeit der Wertung in 4 Stufen: von 0 (trifft nicht zu) bis 3 (trifft zu).

Rückmeldungen zum Ganztagsbetrieb allgemein:
- Mein Kind nimmt jetzt seit fast einem Jahr am Ganztagsbetrieb teil. Mein Gesamturteil lautet: Ich bin damit zufrieden.
- Mein Kind ist damit zufrieden.
- Meine Erwartungen an die Arbeit der Hauptschule sind erfüllt worden.
- Mein Kind erfährt eine Rundumbetreuung/-versorgung.

Ergebnis: Die Mehrheit der Eltern gibt eine positive Rückmeldung – allerdings mit Einschränkungen aus dem Blickwinkel des Kindes. Im Jg. 6 ist die Anzahl der negativen SuS-Sichtweisen höher. Eine mögliche Erklärung kann die sich mit zunehmendem Alter grundsätzlich verändernde Einstellung von SuS zum Thema Schule/Bildung sein. 
Hinweis: es fällt auf, dass Fragebögen, die bereits hier Negativ-Bewertungen abgeben, diese fast durchgängig enthalten bis hin zu der Forderung der Abschaffung der Ganztagsschule.

Rückmeldungen zur Unterrichtsverteilung:
- 5 der 9 zusätzlichen Unterrichtsstunden sind in die Kernfächer (D, M, E, NW, GL) integriert, die anderen 4 Stunden sind eigenständig im Stundenplan ausgewiesen. Diese Regelung ist gut.

Ergebnis: Die Differenzierung additive/integrative Stunden wird befürwortet.

Rückmeldungen zur individuellen Lernleistung:
- Ich bin mit dem schulischen Erfolg meines Kindes zufrieden.
- Die Stärken und Schwächen meines Kindes werden ausreichend gesehen und gefördert.
Ergebnis: Positive Rückmeldungen überwiegen, allerdings ist die Zahl der Eltern, die sich für ihr Kind größeren schulischen Erfolg wünschen, nicht zu unterschätzen. Die Zahl der Eltern, die nicht zufrieden sind, ist im Jg. 6 deutlich höher. Die Frage ist erlaubt, ob diese Eltern u. U. mögliche Grenzen ihrer Kinder nicht richtig sehen bzw. nicht akzeptieren (wollen).

Rückmeldungen zu familiären/häuslichen Veränderungen:
- Die nicht mehr zu machenden Hausaufgaben haben das Leben zu Hause entspannt.
- Mein Kind ist durch den Ganztagsunterricht stark belastet.
- Mein Kind musste Freizeit-Aktivitäten aufgeben.
- Mein Kind ist nach 16 Uhr nicht mehr in der Lage, sich – wenn notwendig – zusätzlich auf Tests/Klassenarbeiten vorzubereiten.
Ergebnis: Der Fortfall der Hausaufgaben wird bei der Mehrheit der Eltern als entspannend bezeichnet. (Vermutung: in den restlichen Familien sind Hausaufgaben kein Problemfaktor gewesen.) Der Belastungsgrad durch den Ganztagsunterricht für das Kind wird zwar nur von einer Minderheit hoch bzw. sehr hoch angesetzt – ebenso wie die Auswirkungen auf das Freizeit-Verhalten – allerdings gilt es, auch diese zu berücksichtigen.
Knapp die Hälfte befürchtet, dass zusätzliches Arbeiten zu Hause – wenn notwendig – nicht möglich ist.

Rückmeldungen zum Informationsfluss Schule – Elternhaus:
- Der Kontakt zwischen Schule und Elternhaus ist ausreichend.
- Ich erfahre vieles von Schule und Unterricht.
- Ich werde über festgestellte Probleme schnell informiert.

Ergebnis: Die Mehrheit der Eltern gibt eine positive Rückmeldung. (Wenn die Anzahl, der Eltern, die weniger erfahren, relativ groß ist, so mag die Ursache u. U. bei den Kindern selber liegen.) Aufmerksamkeit muss dem Rückmeldeverhalten in Problemsituationen gewidmet werden. Die Erfahrung lehrt allerdings auch, dass die Bewertung von schulischen Problemsituationen durch LuL einerseits und Eltern andererseits nicht immer identisch ist.

Rückmeldungen zu „neuen“ Angeboten:
- „Soziales Lernen“ hat sich positiv auf mein Kind ausgewirkt.
- „Bewegung/Entspannung“ hat sich positiv auf mein Kind ausgewirkt.
- Die AG-/Projekt-Angebote am Freitag sind interessant und fördern die Neigungen meines Kindes.
- Die zusätzlichen Projekte (Handwerker, Künstler, Physiotherapeuten, …) sind sinnvoll.
- Jg. 6: Die Arbeitsstunden haben sich positiv auf mein Kind ausgewirkt.

Ergebnis: Die additiven Förderstunden (neue Unterrichtsfächer) und Projekte mit externen Kräften werden von besonders vielen Eltern sehr positiv bzw. positiv bewertet. Negative Bewertungen sind mehrfach in einer Gesamt-Negativ-Einstellung oder aber – falls nicht anonym abgegeben – in einem Zusammenhang mit vorhandenem Migrationshintergrund (Aussiedler) vorzufinden. 
Bzgl. der Bewegungs-/Entspannungsstunde wird kritisiert, dass sie dann, wenn die Lehrkraft auch anderen Unterricht in der Klasse erteilt, häufig anderweitig genutzt wird.
Bei den sog. Freitags-Projekten wünscht man sich u. a. mehr Angebote aus dem Sportbereich. (Wg. fehlender Hallenkapazitäten können diese aber nicht angeboten werden.)
Die versuchsweise Einrichtung von „Arbeitsstunden“ im Jg. 6 hat sich bewährt. (Hinweise: Sie werden im Jg. 7 weiter geführt. Eine mögliche Einrichtung soll im kommenden Schuljahr auch bereits im Laufe des Jg. 5 bei der Plangestaltung berücksichtigt werden.)

Rückmeldungen zur Persönlichkeitsentwicklung:
- Die Persönlichkeit meines Kindes hat sich positiv entwickelt.

Ergebnis: Der Großteil der Eltern gibt eine positive Rückmeldung. Die Zahl der Negativ-Rückmeldungen im Jg. 6 ist deutlich höher als im Jg. 5. Auch hier ist es u. U. legitim, einen Zusammenhang mit dem zunehmenden Alter der SuS herzustellen.

Rückmeldungen zu Elternabenden:
- Ich wünsche mir mehr Elternabende.
- Ich wünsche mir mehr Elternabende zu speziellen Themen.

Ergebnis: Die Anzahl der Eltern, die sich mehr Elternabende wünschen, ist relativ gering. Ob diese Tatsache als mangelndes Interesse gewertet werden kann oder ob die Zahl der bisher durchgeführten Abende ausreichend ist, kann nicht daraus geschlossen werden.

Rückmeldungen zum Mittagessen:
- Nur, wenn Ihr Kind das Essensangebot annimmt: Das Essensangebot ist gut.
- Die Art und Weise der Bezahlung (Barzahlung, Bezahlrhythmus) gefällt mir.

Ergebnis: Die meisten Eltern geben eine positive Rückmeldung. Die Erfahrung zeigt, dass sicherlich die Sichtweise der Verantwortlichen in der Schule nicht identisch ist mit der Sichtweise der SuS bzgl. der Qualität des Essens. Rückmeldungen am Ende der Fragebögen machen auch deutlich, dass es Eltern gibt, die größere Vielfalt und Ausgewogenheit fordern. Der Weg zu Veränderungen ist durch Schulleitung in Kooperation mit dem Schulträger bereits eingeschlagen.
Wünschenswert – wenn nicht sogar unumgänglich bei steigenden Schülerzahlen – ist aus Sicht der Schule, dass ab dem kommenden Schuljahr die Bezahlung per Lastschrift die Regel und die Barzahlung die Ausnahme wird.

Rückmeldungen zur Mittagspause: 
- Die Dauer der Mittagspause ist für die Erholung meines Kindes ausreichend.
- Die Betätigungsmöglichkeiten während der Mittagspause sind ausreichend.
- Ich bin bereit, in der Mittagspause an einem Tag der Woche ein Angebot für die Schülerinnen und Schüler zu machen.

Ergebnis: Die Länge der Mittagspause wird von fast allen Eltern als ausreichend bezeichnet. Erfreulich ist, dass im Vergleich zum Vorjahr kaum noch Veränderungsbedarf bzgl. der Gestaltungsmöglichkeiten angemeldet wird. In Einzelrückmeldungen werden z. B. noch eine Kletterwand, Basketballkörbe – aber auch angeleitete (Bewegungs-)Spiele auf dem Schulhof vorgeschlagen.
Die Bereitschaft bzw. die Möglichkeiten von Eltern (= Berufstätigkeit), sich an der Mittagspausengestaltung zu beteiligen, sind minimal, leider häufig auch ohne Namensangabe. 

Rückmeldungen zum Ausblick:
- Ich freue mich auf das nächste Schuljahr.
- Mein Kind freut sich auf das nächste Schuljahr.

Ergebnis: 
Die Grundstimmung für das neue Schuljahr ist wie im Vorjahr weiterhin positiv. (Die wenigen negativen Rückmeldungen können mehrfach in einen Zusammenhang mit der Grundeinstellung zu Schule im Allgemeinen und Ganztagsschule im Besonderen gebracht werden.)