„Ansehen ist besser als nachlesen“
Einleitungsrunde und Vorstellung der Schüler(innen)firma "transform"
Besuch von verschiedenen Klassen und Gruppen (Physik, Technik, Musik...)

Besuch des BOB (Berufsorientierungsbüro)
Bilder freundlicherweise von den "Westfälischen Nachrichten" und "der Glocke" zur Verfügung gestellt
Sassenberg - Dass die Sassenberger Hauptschule eine „starke Schule“ ist, davon überzeugte sich Ministerin Sylvia Löhrmann am Donnerstagmorgen. „Mein Besuch war lohnenswert, um mir ein eigenes Bild vor Ort zu machen. Mich interessiert besonders, wie die Jugendlichen begleitet werden“, zeigte sich die Ministerin sehr angetan und zog ein positives Fazit ihrer rund eineinhalbstündigen Visite. Anlass war die Auszeichnung zur „starken Schule“, die die Hauptschule im Januar erhalten hatte.
Vorausgegangen war ein straffes Programm. Bürgermeister Josef Uphoff wies eingangs auf die Schulsituation Sassenbergs mit der anstehenden und dringend benötigten Sekundarschule hin. „Wir wollen die Stärken der Hauptschule überführen in die neue Schule. Spannend wird es, die Eltern zu überzeugen. Wenn Sie da noch den einen oder anderen guten Tipp hätten“, richtete Uphoff das Wort an Löhrmann. „Ich sehe mir erfolgreiche Schulen an, um die Ideen in die Fläche zu tragen. Ansehen ist besser als nachlesen“, sagte sie. Die Schullandschaft sei in Bewegung, und gerade das Münsterland habe hier eine Vorreiterrolle eingenommen. „Das, was in der einen Schule gut ist, ist wichtig für alle Schulen. Wir brauchen die guten Konzepte von allen Schulen.“ Das müsste auch den Eltern vermittelt werden, dann die wollten alle Möglichkeiten offen haben. „Ich bin zuversichtlich, dass Sie das hinbekommen“, versicherte die Ministerin.
Schulleiter Reinhold Bussieweke berichtete über die Gestaltung der vertiefenden Berufsorientierung. „Fit für das Leben, fit für den Beruf“, sei das umfassende Ziel. Die individuelle Förderung sei auch durch die Einrichtung der Ganztagsschule verbessert worden. Besonders wichtig sei die Koordination mit der Wirtschaft vor Ort sowie die Arbeit der Seniorexperten. „Das alles ist uns aber nur gelungen, weil der Schulträger für die Ausstattung sorgt.“
Beeindruckt zeigte sich Sylvia Löhrmann von der Vorstellung des Schülerunternehmens transform, das sein Stehpult L.A.U.R.A. präsentierte. „Was Billy für Ikea ist, muss L.A.U.R.A. für transform werden“, sagten die Achtklässler. 36 Pulte seien zum Preis von 129 Euro bereits verkauft worden, das entspricht einer Gesamtsumme von 4644 Euro. „Ein großes Kompliment auch für die Darstellung“, lobte Löhrmann.
Es folgte ein Rundgang durch verschiedene Klassen, und die Ministerin richtete immer wieder das Wort direkt an die Schüler. Beim Bewerbungstraining wies sie darauf hin, wie wichtig es sei, den richtigen Beruf zu finden. „Das ist wie bei der Freundin oder dem Freund, man muss es eine längere Zeit aushalten können.“ Im Berufsorientierungsbüro (BOB) fragte Bussieweke, ob hier Zusatzstunden, die bislang von den Lehrern geleistet würden, finanzierbar seien. „Wir wollen das Übergangsangebot in allen Schulen verankern. Das ist ein Riesenrad, an dem wir drehen. Die Problematik ist erkannt, Lösungswege müssen noch erarbeitet werden.“
Im abschließenden Gespräch richtete die Ministerin das Wort direkt an die Wirtschaft. „Merken Sie, dass eine bewusstere Entscheidung bei den Schülern stattgefunden hat?“ „Wir haben sehr engen Kontakt und merken das schon“, antwortete Bernhard Knollmeier, Betriebsleiter von LMC. Man orientiere sich an den Empfehlungen der Schule und habe in den vergangen acht Jahren zwei Mal den kreisbesten Azubi gehabt. Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, bestätigte dies. „Das Zusammenspiel ist für uns sehr wichtig. Wir haben einen direkten Draht zu den Firmen.“ Wichtig seien auch die Praktika der Schüler. „Wir entscheiden nicht nur aufs Zeugnis bezogen und nehmen gerne auch Mädchen in die Betriebe“, ergänzte Knollmeier, der noch einen Wunsch äußerte: „Wir brauchen noch Bewerbungen.“
von Ulrich Lieber WN 11-11-2011 Warendorf
ULRICH LIEBER, WARENDORF
Hoher Besuch in "starker Schule"
Die Ministerin war eigens nach Sassenberg gereist, um sich persönlich über die Schule, das Schülerunternehmen „Transform“ und über aktuelle Projekte zu informieren. In einer kurzen Begrüßungsansprache bedankte sich Bürgermeister Josef Uphoff für den Besuch, den er, wie auch Schulleiter Reinhold Bussieweke, als Anerkennung für die gute Arbeit der Schule wertete. „Die Hauptschule im Herxfeld ist nicht nur eine starke Schule, Sassenberg ist auch ein starker Schulstandort“, so Uphoff.
Derzeit würden in der Stadt 1470 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Wie Uphoff gegenüber der Ministerin bemerkte, sei man angesichts der sinkenden Schülerzahlen sehr froh über den jüngsten Schulkonsens, der neue Perspektiven bietet. Um auch in Zukunft ein attraktiver Schulstandort zu bleiben, werde hier ab dem neuen Schuljahr die Sekundarschule angeboten. Für Ministerin Löhrmann ist das die richtige Entscheidung: „Eltern wollen Schulen, die Kindern alle Möglichkeiten offen lassen“. Wichtig sei es, die guten Konzepte und Stärken der Haupt- und der Realschule in die neue Schulform mitzunehmen und erfolgreich zu integrieren.
Eines dieser erfolgreichen Konzepte der Hauptschule ist die Berufsorientierung. Sie nimmt seit Jahren einen großen Stellenwert ein. „Fit für das Leben, fit für die Ausbildung“ – lautet das Ziel, das hinter der Arbeit des engagierten Lehrerkollegiums steht, berichtete Reinhold Bussieweke.
Ministerin stellt Bildungsstandort Sassenberg gutes Zeugnis aus
Sassenberg (dor). 54 Prozent der Schulabgänger konnten bis zum Ende des Schuljahres in eine duale Ausbildung vermittelt werden. Viele der 61 Absolventen wollten sich durch einen Schulbesuch weiter fortbilden lassen und nur sechs, berichtete Reinhold Bussieweke der Ministerin, hatten auch mit Erhalt des Abgangszeugnisses noch keine konkreten Berufsvorstellungen. „Das ist eine geringe Anzahl, die wir weiter minimieren wollen", erklärte der Schulleiter.
' Auch die Kooperation mit den hiesigen Wirtschaftsunternehmen, mit Seniorpartnern, mit der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft und dem Schulträger laufe bestens.
Was im Rahmen der Berufsorientierung in der Hauptschule
noch so passiert, davon legten zum einen Vertreter des Schülerunternehmens „Transform" Zeugnis ab. Souverän erläuterten die Mitarbeiter - allesamt Schülerinnen und Schüler aus der achten Klasse - wie aus der Unternehmensidee, dem Stehpult „Laura" ein Schülerunternehmen und ein serienreifes Produkt entstand, von dem bereits 36 Stück verkauft worden sind.
Ganz angetan zeigte sich die Ministerin auch beim anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten der Schule. Im Chemieraum ließ sie sich erklären, welche Experimente die Schüler gerade durchführten. Im Fach Deutsch - hier stand das Schreiben von Bewerbungen im Fokus - informierte sie sich über die Berufswünsche der Schüler.
Beim Blick auf den neu gestalteten Schulgarten zeigte sich noch einmal, wie facettenreich und intensiv Berufswahlvorbereitung an der Hauptschule stattfindet. „Hier waren Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen „Metallarbeiten, Maurerhandwerk, Gartenbau und Holztechnik gefragt", gab Berufswahlkoordinator Jügen Schürenkamp. Auskunft. Nach einem Besuch des Berufsorientierungsbüros, laut Bussieweke „die Schaltzentrale für die Vermittlung in die duale als auch die schulische Ausbildung -ging es in die Mensa. Hier bedankte sich die Ministerin mit einem Buchpräsent für die Schulbücherei für die nette Aufnahme. Dem engagierten Wirken der Schule stellte sie zudem ein ausgesprochen gutes Zeugnis aus.
Hintergrund
„Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" heißt ein bundesweiter Schulwettbewerb, den die Hertiestiftung, die Bundes-
agentur für Arbeit, die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände und die Deutsche Bank jährlich für Hauptschulen ausschreiben. Mehr als 600 Schu-
len nahmen in diesem Jahr daran teil. Trotz des starken Teilnehmerfeldes erreichte die Hauptschule im Herxfeld hier einen hervorragenden neunten Platz.
Dafür wurde die Schule Anfang des Jahres in Düsseldorf ausgezeichnet. Prämiert wurde insbesondere die herausragende Arbeit bei der Vorbereitung auf die Be-
rufswelt. Der Erfolg war ausschlaggebend für den Besuch der Ministerin. Sylvia Löhrmann besichtigt die Bestplatzierten des Wettbewerbs in NRW.
von DOR, Die Glocke 11-11-2011