20 Jahre Partnerschaft

7-10 der Hauptschule (in Begleitung von Konrektorin Gisela Timmer sowie den Lehrpersonen Anneliese Ossege und Jürgen Schürenkamp) und der Realschule (begleitet von Rektorin Christa-Maria Stuckenberg-Sitterberg und der Lehrperson Sigrid Limberg) unter der Federführung des Komitee-Vorsitzenden Alfons Lüffe auf den Weg nach Löcknitz. Während die Besuche ansonsten bereits im September stattfinden, war der diesjährige Termin an dem Jahrestag der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages vor 20 Jahren orientiert worden. Und so stand, nachdem sich unmittelbar nach der Ankunft Gäste und Gastgeber problemlos gefunden hatten, der folgende Vormittag ganz im Zeichen dieser Jubiläumsfeierlichkeiten. Eine sicher wohlüberlegte Geste war, dass neben den „Honorationen“, die das Straßenschild Sassenberg Straße enthüllten, Sassenberger und Löcknitzer Jugendliche gemeinsam das Straßenschild des neuen „Füchtorfer Weges“ enthüllen durften.

Für den Abend standen als Angebote für die jeweiligen Delegationen eine Disco in der Regionalen Schule bzw. ein Mandolinenkonzert, zu dessen Gestaltung auch gastgebende Schüler des Deutsch-Polnischen Gymnasiums beitrugen, auf dem Programm.

Am Donnerstag war Sportlichkeit und Durchhaltevermögen gefragt. Initiiert durch die Regionale Schule, gaben beim „Crosslauf am See“ Sassenberger, Löcknitzer und auch polnische Schülerinnen und Schüler der beiden ansässigen Schulen ihr Bestes. 

Besonders erfreute, dass es mit Eileen Tarner (8a, Schule im Herxfeld)

und Lars Möllenstroth (Jg. 9, Realschule) zwei Sassenbergern gelang, jeweils unter die drei Bestplatzierten ihrer Altersgruppe zu gelangen.

Am letzten Besuchstag trennten sich dann die Wege der Schülergruppen. Grund dafür war das 20-jährige Schuljubiläum der Regionalen Schule, an dem die Delegation der Hauptschule selbstverständlich teilnahm. Angefangen bei Präsentationen der im Vorfeld stattgefundenen Projekt- und Festwochentage in der Randow-Halle, einer Dreifach-Sporthalle, trug weiterhin ein buntes Rahmenprogramm zum Gelingen dieser Veranstaltung bei. Für die meisten Sassenberger dürfte es das erste Mal gewesen sein, dass sie neben Redebeiträgen in deutscher Sprache auch Ansprachen in polnischer Sprache hören konnten. 

Die Delegation der Realschule machte sich in dieser Zeit auf den Weg nach Police in Polen, um das dortige Schulzentrum zu besuchen. Dabei erfuhren die Teilnehmer u. a., dass das Gymnasium nach polnischem Verständnis eher einer Sekundarschule entspricht, während das Lyzeum dem deutschen Gymnasium gleichgesetzt werden kann. Mit fast 1000 Schülern bietet das Gymnasium auch eine dem Berufskolleg ähnliche Oberstufe. Sport wird dort für alle Schüler großgeschrieben. So nahmen die Realschüler an Wettkämpfen in Schwimmen und im Wasserball im schuleigenen Hallenbad teil.

Und am Samstag hieß es dann, Abschied zu nehmen – teilweise schweren Herzens, weil alte Freundschaften gefestigt oder neue gebildet worden waren, teilweise leichten Herzens, weil man sich wieder auf zu Hause freute. Den Höhepunkt der Rückfahrt bildete der obligatorische Abstecher in die Bundeshauptstadt Berlin. Eine Schifffahrt auf der Spree, der Blick auf Reichstagsgebäude und Bundeskanzleramt und natürlich der Gang durch das Brandenburger Tor rundeten den Kurzbesuch ab.

Hintergrund der Schülerbegegnung:

Die Zusammenarbeit der Löcknitzer und Sassenberger Schulen stellt sowohl aus pädagogischer als auch aus schulpolitischer Sicht eine Bereicherung dar. Der jährlich stattfindende Schüleraustausch trägt zur Identitätsfindung der Schülerinnen und Schüler, zum Abbau von Vorurteilen und zur Toleranz bei. Durch die Unterbringung in Gastfamilien und die Tatsache, dass den Schülergruppen zeitliche Freiräume zugestanden werden, ist das Ziel des gegenseitigen, wirklichen Kennenlernens zu realisieren. Es ermöglicht differenzierte Einblicke in Familienstrukturen und die sozialen Gegebenheiten und erhöht die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler. Gastfreundschaft einerseits und sich als Gast zu verhalten andererseits gehören sicherlich zu den Werten, die bei dieser Form der Begegnung von besonderer Bedeutung sind. Schüler, Lehrer und Eltern übernehmen gemeinsam mit außerschulischen Institutionen Verantwortung für einen erfolgreichen Verlauf. In der Regel ist der Besuch von Unterricht in der Gastgeberschule fester Bestandteil des Besuchsprogramms. Gerade die unterrichtlichen Erfahrungen machen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede im Schulalltag deutlich. Darüber hinaus bieten gemeinsame Sport- und andere Veranstaltungen zahlreiche Gelegenheiten gegenseitigen Kennenlernens. Nicht zuletzt runden kulturelle Programmpunkte den mittlerweile 5-tägigen Besuch ab.